Astrid's Welt
  Der Pechvogel
 

Der Pechvogel

 

Es lebte einmal in einem alten morschen Baum

ein kleiner schwarzer Vogel, der war immer

allein, denn, er war vom Pech verfolgt, alles

was er anpackte das ging daneben. Es fing

schon damit an, daß er sich beim ersten Flug

den Flügel verstauchte. Beim Sammeln von

Ästen brachte er immer die falschen mit, und

die anderen Vögel blickten verächtlich auf

ihn herab, denn er konnte halt nicht so toll

fliegen, wie die anderen.

Die Anderen sahen immer nur das, was er nicht

konnte, sie beurteilten ihn nach seinem

Äusseren, seinen Flugkünsten, und nach seinem

Wohnplatz. Aber sie sahen nicht was wirklich

in ihm steckte. Sie wußten nicht, daß er ein

guter Zuhörer war, daß er andere Dinge gut

konnte, z.B. Nester bauen, sie beurteilten

nur daß er die Äste nicht so gut tragen

konnte.

Der Pechvogel zeichnete sich auch durch seine

Geduld aus. Aber, irgendwann war auch seine

Geduld am Ende, er verließ seinen alten

verdorrten Baum und ging in die Welt hinaus.

 

 

Er traf viele Vögel, die waren wie die in

seiner alten Heimat. Aber er traf auch

solche, denen es egal war, wie er fliegt, ob

er Äste sammeln kann und denen sein Aussehen

sogar gefiel! Denn eigentlich sah er gut aus.

Er wollte es zuerst nicht glauben, traute

zuerst nicht seinen Ohren, aber sie waren

auch so ähnlich wie er, waren zwar nicht

perfekt aber jeder von ihnen hatte seine

Fähigkeiten.

So fand der Pechvogel viele Freunde, und er

wußte, daß schon damals Recht hatte, daß es

nicht darauf ankommt das jemand perfekt ist,

sondern, daß es darauf ankommt, das jemand

das Herz am rechten Fleck hat.

 
  © Astrid Hartley